Alles hat seine Zeit.
Alles hat seine Zeit.

……alles auf dieser Welt hat seine ihm gesetzte Frist:

Geboren werden hat seine Zeit wie auch das Sterben.

Pflanzen hat seine Zeit wie auch das Ausreissen des Gepflanzten.

Töten hat seine Zeit wie auch das Heilen.

Niederreissen hat seine Zeit wie auch das Aufbauen.

Weinen hat seine Zeit wie auch das Lachen. Klagen hat seine Zeit wie auch das Tanzen.

Steine zerstreuen hat seine Zeit wie auch das Sammeln von Steinen.

Umarmen hat seine Zeit wie auch das Loslassen.

Suchen hat seine Zeit wie auch das Verlieren. Behalten hat seine Zeit wie auch das Wegwerfen.

Zerreissen hat seine Zeit wie auch das Flicken.

Schweigen hat seine Zeit wie auch das Reden.

Lieben hat seine Zeit wie auch das Hassen.

Krieg hat seine Zeit wie auch der Frieden.

Was also hat der Mensch davon, dass er sich abmüht?

Ich habe mir die Arbeit angesehen, die Gott den Menschen gegeben hat, damit sie sich damit plagen.

Gott hat allem auf dieser Welt schon im Voraus seine Zeit bestimmt, er hat sogar die Ewigkeit in die Herzen der Menschen gelegt. Aber sie sind nicht in der Lage, das Ausmass des Wirkens Gottes zu erkennen; sie durchschauen weder, wo es beginnt, noch, wo es endet.

Dadurch wurde mir klar, dass es das Beste für den Menschen ist, sich zu freuen und das zu geniessen, was er hat.

Denn es ist ein Geschenk Gottes, wenn jemand isst und trinkt und sich über die Früchte seiner Arbeit freuen kann.

Mir ist auch klar geworden, dass alles, was Gott tut, endgültig ist: Nichts kann hinzugefügt und nichts kann weggenommen werden. Gott handelt so, damit die Menschen Ehrfurcht vor ihm haben.

Alles, was heute ist, besteht schon seit langer Zeit, und alles, was in Zukunft sein wird, hat bereits in der Vergangenheit existiert. Denn Gott holt wieder hervor, was in der Vergangenheit gewesen ist. (Kohelet 3,1-15 nach der Übersetzung: Neues Leben)

 

In den vergangenen 10 Jahren durfte ich als Pfarrer im EGW tätig sein.

Von 2006 – 2011 im EGW Münchenbuchsee und von da an, bis am 15. Mai 2016 im EGW Thun.

Eine schöne, segensreiche und manchmal sehr herausfordernde Zeit neigt sich dem Ende entgegen.

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Danke.

Zeit, um Danke zu sagen.

 

Danke der EGW Leitung für euer Vertrauen, mich seinerzeit als „Frischling ab der Uni“ als Pfarrer anzustellen. Ihr habt es ermöglicht, meine Berufung zum Beruf zu machen. Kann es was schöneres, sinnvolleres geben?

Danke all jenen, die mir wohlgesinnt sind und all jenen, die für mich und meine Familie, meine Tätigkeiten im Gebet und Fürbitte eingestanden sind.

Danke all den Freunden, die mit mir stets durch dick und dünn gehen!

Danke, für jeden Segen, für jedes Gespräch, für jede Begegnung mich euch.

Danke für euer Lachen, für die zahlreichen Tees und Kaffees.

Danke für eure Tränen.

Danke für euer Vertrauen.

Danke aber auch allen Kritikern und besonders jenen, die auch hinter meinem Rücken ihre Fäden gesponnen, Unwahrheiten über mich erzählt und gegen mich integriert haben. Nein, ihr habt nicht gewonnen. Gott lehrt mich gerade durch euch was es heisst, demütig zu sein, zu vergeben und für «seine Feinde zu beten und diese zu segnen». Ich bin euch nicht böse. Ich vergebe euch.

Danke allen Atheisten, Agnostikern und sonstig inspirativen Menschen. Ihr habt meinen Dienst bereichert. Niemand macht Gott so sehr zum Thema wie ihr und davon können „wir Kirchenleute“ nur von euch lernen. Aber wie überall gilt: „c’est le ton qui fait la musique.“

Danke auch den Arbeitskolleginnen und Kollegen aus der freikirchlichen Szene. Gut, dass es euch gibt. Ihr habt mir geholfen, mein theologisches Profil zu schärfen, die Weite der kirchlichen Landschaft zu entdecken und Freundschaften zu schliessen.

Danke all jenen PfarrerInnen, SigristInnen, OrganistInnen und den Kirchgemeinderäten aus der reformierten Landeskirche. Die zahlreichen Begegnungen, Gespräche und Diskussionen auf Augenhöhe habe ich sehr geschätzt. Eure Wertschätzung ist wohltuend.

Danke all den zahlreichen ehrenamtlich Mitarbeitenden. Ohne euer (Mit-) Wirken ginge es nicht. Ihr seid die wahren Helden. Sei es in der Diakonie oder sonst wo. 

Danke an all jene, die ich jetzt nicht einzeln erwähnt habe und all jene, die ich verärgert haben sollte. Das war nie meine Absicht. Ich hoffe, ihr könnt mir verzeihen.

Nun, es ist Zeit,…..Zeit, Abschied zu nehmen.

Meine Zeit im EGW geht nun nach 10 Jahren zu Ende. Meine offizielle Pfarrtätigkeit hört nun auf. Am 15. Mai 16 werde ich verabschiedet. Was danach kommen wird, ist derzeit noch ungewiss. Ich weiss nur, die Zukunft wird Gut sein. Denn Gott ist gut. Immer. Ausnahmslos. Auch dann, wenn ich ihn nicht verstehe.

Schalom.

Euer Pfarrer
Daniel

 

PS: Wie es mit meiner Webseite und dem Twitter-Account «@drPfarrer» weitergeht, ist noch ungewiss.

Alles hat seine Zeit.
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